Meditations-Portal.de | Vipassana Meditation
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Vipassana Meditation

Bei Vipassana-Meditation handelt es sich um eine der ältesten indischen Meditationstechniken, die ihren Ursprung im Theravada-Buddhismus hat. Vipassana wurde vor etwa 2500 Jahren von Buddha wiederentdeckt und als universelles Heilmittel für Körper, Seele und Geist erkannt und fortan gelehrt. Vipassana bedeutet aus dem Sanskrit übersetzt, Einsicht (pali) und schließlich Befreiung bezüglich der drei Daseinserscheinungen zu erlangen: die Unbeständigkeit aller materiellen Dinge (anicca), Leiden oder Leidhaftigkeit (dukkha) und das Nicht-Selbst (anatta). Vipassana steht folglich für eine Technik, die dem Übenden ermöglicht, Befreiung zu erlangen.

Vipassana ist an keine Religion gebunden, so wie auch der Buddhismus keine Religion sondern eine Lebensausrichtung ist. Vipassana wird daher ebenfalls von Lehrern unterrichtet, die sich nicht der buddhistischen Tradition verbunden fühlen.

Ein wichtiger Aspekt, der diese Meditationsform prägt, ist die Achtsamkeitsschulung (sati) daher wird die Vipassana-Meditation in der Regel auch als Achtsamkeitsmeditation bezeichnet.

 

Vipassana-Meditation stammt aus dem Buddhismus – muss ich Buddhist sein oder werden um einen Vipassana-Kurs zu absolvieren?

Nein, Menschen vieler Religionen und Glaubensrichtungen, selbst Atheisten haben den Vipassana-Kurz erfolgreich und begeistert abgeschlossen. Es geht um eine tiefgreifende Selbsterfahrung und Transformation, die an keinen Glauben gebunden ist. Bei Vipassana handelt es sich um eine besondere, achtsame Lebensweise. Es geht um die Essenz der menschlichen Werte, das zu fördern was behütet und schützt.

https://www.youtube.com/watch?v=W_yxIxWxNMs

 

Inwiefern unterscheidet sich Vipassana-Meditation von der Zen-Meditation?

Vipassana und auch Zen-Meditation legen den Fokus auf Transformation durch Selbstbeobachtung. Jedoch gibt es bei Vipassana eine stärkere Wechselbeziehung zwischen Körper und Geist. Im Zen spielt dies keine so große Rolle, was nicht bedeutet, dass nicht auch im Zen der Körper eine zentrale Rolle spielt.

 

Warum dauert ein Vipassana-Kurs mindestens 10 Tage?

Um alle relevanten Anleitungen und zumindest die Grundlagen dieser Meditationsform zu erlernen sind 10 Tage das Minimum dar. Erfahrungsgemäß kann ein Schüler nicht tief genug in die Seele der Technik vordringen, wenn die Einführungszeit weniger als 10 Tage beträgt.

Die Vipassana-Technik zu perfektionieren bedarf es jedoch – wie bei allen Meditationsformen – jahrelanger, wenn nicht sogar lebenslanger Praxis.

In den letzten Jahrhunderten wurde ein neuer Schüler traditionell über einen Zeitraum von sieben Wochen in die Technik und Tradition der Vipassana unterwiesen. Mit Beginn des 20. Jahrhunderts wurde das Leben immer schnelllebiger, die Zeit imm

 

Wie viele Stunden am Tag muss ich meditieren?

In der Regel beginnt der Tag um 4 Uhr. Es werden jeden Tag 10 Stunden meditiert, mit Pausen und Ruhezeiten. Am Abend gibt es meist Vorträge oder Videos über Vipassana. Dieser Zeitplan hat sich seit Jahrzehnten bewährt und ist nachweislich für Tausende von Menschen praktikabel. Auch wenn es sich für einen Anfänger als undenkbar anmutet.

Was kostet ein Vipassana-Kurs?

In der Regel sind alles Vipassana-Kurse weltweit kostenlos. Es es jedoch üblich, eine angemessene Spende zu geben. Denn selbstverständlich fallen für die Veranstalter Unterkunft, Verpflegung etc an. Traditionell schenkt somit jeder neue Schüler dem nächstfolgenden diesen Kurs. Nach Abschluss des Kurses gibt man das, was man als angemessen betrachtet. Die Häuser sind selbstverständlich auf jede Spende angewiesen. Auch die Lehrer erhalten traditionell keine Bezahlung – auf diese Weise will man Ausbeutung und Preiswucher vermeiden.

Ich kann nicht im Lotussitz, bzw Schneidersitz sitzen. Kann ich trotzdem meditieren?

Wie bei den meisten Meditationsformen ist es auch bei der Vipassana-Meditation wichtig, eine Position zu finden, in der man lange bequem sitzen kann. Daher können Anfänger theoretisch auch auf einem Stuhl meditieren.

Können schwangere Frauen an Vipassana-Kursen teilnehmen?

Auch schwangere Frauen können teilnehmen. Die Schwangerschaft sollte jedoch stabil sein und nicht in der Endphase. Die lange, kontemplative Zeit können für Mutter und Kind eine unendlich fruchtbare, entspannende, verbindende Zeit werden.

Warum wird ein Kurs in absoluter Stille durchgeführt?

Bei der Vipassana-Meditation spricht man von der „edlen Stille” –  jene Stille von Körper, Seele und Geist, die nur in Abwesenheit von Sprache und verbaler Ablenkung entstehen können. Jeder Teilnehmer verpflichtet sich über den gesamten Zeitraum des Kurses zu schweigen, während des Aufenthalts in keiner Situation mit Außenstehenden oder anderen Teilnehmern zu kommunizieren. Das Gleiche gilt für Telefonate, etc.

Ausnahmen sind Fragen an die entsprechenden Lehrer zu Vipassana oder andere Bedürfnisse oder Probleme, die auftauchen können. Erst am zehnten Tag, folglich am Ende des Kurses wird die Sprache wieder zaghaft aufgenommen. Die regelmäßige Meditationspraxis, der geregelte tägliche Ablauf, sowie die absolute Stille ist das Erfolgsgeheimnis dieses Kurses.

Ich kann nicht ruhig sitzen und hab ständig tausend Gedanken im Kopf, kann ich trotzdem am Vipassana-Kurs teilnehmen?

Für Menschen mit einer stabilen, gesunden körperlichen und seelischen Verfassung, die ernsthaft daran interessiert und bereits sind, in die Stille und in die Meditation zu gehen stellt es überhaupt kein Problem dar, Vipassana zu praktizieren. Die ersten Tage mögen für Meditationsneulinge befremdlich und mitunter anstrengend wirken, doch der tiefgreifend regenerative Einfluss ist derart wundervoll, dass sich nahezu jeder Neuling weiter auf den Prozess einlassen möchte. Für Menschen mit Meditationserfahrung ist lediglich die Intensität und Meditationsdauer neu – doch nahezu jeder Teilnehmer schwärmt noch Jahre und Jahrzehnte später von dieser tiefgreifenden Erfahrung. Wenn nicht sogar von der tiefgreifendsten und prägendsten Erfahrung seines Lebens.

Welche Charaktereigenschaften und welche Kenntnisse muss ich bereits in Bezug auf Meditation haben, um täglich so lange meditieren zu können?

Geduld. Und man muss selbstverständlich bereit sein, den Anweisungen der Lehrer gewissenhaft zu folgen, dann zeigen sich bereits nach kürzester Zeit erstaunliche Fortschritte. Anfänglich kann das Schweigen und dem doch recht straffen Tagesplan diszipliniert zu folgen als anstrengend empfunden werden – doch der Zusammenhalt der Gruppe und die tief entspannte Gesamtatmosphäre schenken die notwendige Kraft und das Durchhaltevermögen.

Für wen ist ein Vipassana-Kurs nicht geeignet?

Menschen die körperlich zu schwach sind, sich seelisch in einer tiefen Krise befinden oder mental zu instabil sind, um dem strengen Zeitplan zu folgen, sollten von einem Vipassana-Kurs absehen. Menschen die unter starken psychischen oder neurologischen Problemen leiden, sollten ebenfalls zunächst in einem Gespräch mit den Lehrern klären, ob sie für den Kurs geeignet sind und folglich davon überhaupt profitieren können.

Außerdem ist es sinnvoll, den behandelnden Arzt zu konsultieren um zu klären, wie er die Situation einschätzt und ob er seinem Patienten so einen komplexen Kurz zutraut.

Ist es gefährlich, einen Vipassana-Kurs vor Ablauf der Kurszeit zu beenden?

Gefährlich ist es selbstverständlich nicht, den Kurz vorzeitig zu beenden. Doch man bringt sich selbst um eine wertvolle Erfahrung, vor allem was die eigene Disziplin und mentale Stärke anbelangt. Wer den Kurs nach zwei oder drei Tagen beendet hat im Grunde seine Lebenszeit verschwendet, weil das tiefe Eintauchen in alle Aspekte der Vipassana-Meditation nach so kurzer Zeit nicht erfasst und erlangt werden konnte. Zwei oder drei Tage erzeugen keinen nennenswerten Effekt.

Kann Vipassana körperliche, seelische und mentale Erkrankungen heilen?

Wir leben in einer schelllebigen, medienüberfluteten Zeit – es ist bekannt, dass die meisten Krankheiten – sogenannte „Zivilisationskrankheiten“ durch einen zu hohen Stresspegel, innere Unruhe, Existenz- und Überlebensängste ausgelöst werden. Mit Hilfe von Vipassana kann man eine tiefe, innere Ruhe und Gelassenheit erreichen, die in den Alltag integrieren kann. Nach und nach können folglich Störungen, die durch Stress ausgelöst werden gemildert werden – dies kommt jedoch auf das entsprechende Krankheitsbild an.

Vipassana erlernen zu wollen, mit dem Ziel eine Erkrankung zu heilen ist der falsche Ansatz und führt selten zum Erfolg. Die ABSICHTSLOSIGKEIT und die Disziplin, regelmäßig zu praktizieren kann jedoch den Menschen von grundauf regenerieren.

Menschen, die an schweren Depressionen leiden sollten zunächst kompetente Ärzte konsultieren. Vipassana-Lehrer sind keine Psychotherapeuten. Für an Depressionen leidende Menschen kann eine 10-tägige Erfahrung des Schweigens tiefgreifende Prozesse auslösen die weder der an der Erkrankung leidende, noch die Gruppe oder die Lehrer auffangen können.

Die Teilnahme an dem Kurz sollte ausschließlich nach Rücksprache mit den behandelnden Ärzten stattfinden.

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Claudia Verde ist Autorin und Meditations-Lehrerin, Coach für Ernährung und ganzheitliche Lebensführung.
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  • Vipassana Meditation

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