Ich kann nicht ruhig sitzen - kann ich Meditation lernen? - Meditations-Portal.de
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Ich kann nicht ruhig sitzen – kann ich Meditation lernen?

Nahezu alle Menschen, die zum ersten Mal meditieren, können nicht länger als drei Minuten still sitzen. Doch wie bei vielen neuen Dingen gilt auch hier: Übung macht den Meister. Bei Meditation handelt es sich um eine effektive, leicht zu erlernende Technik – je häufiger man sie anwendet, je disziplinierter man ist, desto schneller wird man gute Ergebnisse erzielen. Man erteilt dem Verstand eine bestimmt Aufgabe – und mit der Zeit wird er damit immer vertrauter, was schließlich zu einer natürlichen Transformation und Transzendenz führt. Es existieren viele Meditationsformen, die im einzelnen auf dieser Seite beschrieben werden. Sie müssen entsprechend Ihrer Persönlichkeit, Fähigkeiten und Neigungen entscheiden, welche die ideale für Sie darstellt.

Die meisten Menschen stehen heutzutage so sehr unter Druck, dass sie so gut wie nie ruhig sitzen können, um zu entspannen. Selbst im Schlaf wälzen sie sich, wenn sie ein Buch lesen, sind ihre Füße pausenlos in Bewegung – und dann teilt man ihnen mit, dass sie still sitzen sollen? Undenkbar!! Oder funktioniert das eventuell doch? Ja, es funktioniert. Denn gerade während der Meditation „arbeitet“ man in gewisser Weise und der Verstand ist mit verschiedenen Aspekten oder Dingen beschäftigt, die ihm entsprechend der Meditationsart zugewiesen werden. Darin liegt der Unterschied zu anderen Entspannungsarten. Jeder noch so geschäftige Geist wird nach einer gewissen Zeit aufgeben und nur noch DAS fokussieren, was man ihm aufträgt: das stille Rezitieren eines Mantras, das „Beobachten“ des Atems, das Beobachten einer Kerzenflamme, das Fixieren eines bestimmten Punktes an der Wand etc.

Was dann geschieht, wirkt für Meditationsanfänger sonderbar und unerklärlich: man transzendiert… man nimmt sich selbst plötzlich als leicht und warm wahr, fühlt sich unsagbar aufgehoben in sich, im Hier und Jetzt.

Anfänglich sollte man jedoch keine zu große Erwartungen bezüglich der Effekte haben, denn auch der Meditationsprozess ist eine Art Reifeprozess. Viele Meditationsanfänger geben in den ersten Tagen auf, weil sie denken: „ich kann meine Gedanken nicht kontrollieren und werde nie ruhig sein können“, „das bringt alles nichts, das schaffe ich niemals“, „ich bin zu unruhig, kann nicht still sitzen“ oder „ich spüre nichts“. Nun aufzugeben wäre sehr bedauerlich, denn alle neuen Prozesse des brauchen Zeit – vor allem subtile Veränderungen. Nach einer Woche regelmäßiger Praxis kann man in der Regel Fortschritte erkennen und eine Veränderung bezüglich der Tiefe der Meditation.

 

Meditations-Übung für Anfänger

Sie können diese kleine Meditationsübung anwenden – sie dauert fünf Minuten pro Tag. Später können Sie diese erweitern oder andere Meditationsarten einsetzen:

Setzten Sie sich auf einen Stuhl, auf ein Meditationskissen oder in eine Position, in der Sie problemlos fünf Minuten verweilen können ohne sich aus Gründen der Unbequemlichkeit bewegen müssen. Trinken Sie vor der Meditation genug, man sollte nicht hungrig sein, jedoch auch nicht mit vollem Magen meditieren.

Lehnen Sie sich bequem an und spüren Sie in Ihren Körper, Atmen Sie ruhig und lassen Sie den Atem kommen, wie er möchte.

Lassen Sie Ihre Gedanken kommen und gehen, ohne zu kontrollieren, ohne bei einem Gedanken zu verharren oder zu ihn verfolgen. Beobachten Sie Ihre Gedanken wie ein Außenstehender, der eine bestimmte Landschaft betrachtet während einer Zugfahrt. Im nächsten Moment kommt ein andere Landschaft, dann eine andere – und so weiter.

Erwarten Sie nichts. Nehmen Sie die Haltung der Erwartungslosigkeit ein. Es passiert, was passieren soll, was Sie in diesem Augenblick in der Lage sind zu erreichen. Alles ist gut, wie es ist. Alles was passiert, ist gut. Alles was nicht passiert, ist gut.

Atmen Sie ruhig, konzentrieren Sie sich auf Ihren Atem.

Praktizieren Sie diese kurze Meditation jeden Tag morgens nach dem Aufwachen (noch bevor Sie Ihre Emails gelesen haben) und am frühen Abend – vorzugsweise zwischen 18 und 20 Uhr (VOR dem Abendessen).

Auf diese Weise erhalten Sie ein natürliches Gefühl für Meditation und können dem bereist einen kleinen Platz in Ihrem Leben einräumen. Allmählich können Sie dann die Sitzungen zeitlich erweitern. Wählen Sie eine schrittweise Verlängerung. 8 Minuten, 10 Minuten, 15 Minuten, 20 Minuten.

 

Ich werde beim meditieren durch meine Gedanken gestört , was kann ich tun?

Wenn Menschen mit dem Meditieren beginnen, erwähnen nahezu alle, dass ihre Gedanken in Aufruhr sind und dass sich diese Tatsache steigert, sobald sie sich in die Meditation begeben. Dies stellt jedoch keine Verschlechterung dar, sondern ist ganz im Gegenteil ein gutes Zeichen. Denn die Gedanken sind so aktiv wie zuvor, SIE SELBST sind bereits ruhiger geworden und nehmen lediglich die Geschwindigkeit anders wahr. Der erste Schritt in die Ruhe ist folglich erfolgreich absolviert worden. Die Aktivität Ihrer Gedanken hat sich nicht verändert.

Anfänglich werden Ihre Gedanken wie eine Flutwelle sein, lassen Sie sich nicht davon verunsichern oder demotivieren – so ergeht es anfänglich nahezu allen Menschen. Die Gedanken werden wie Flutwellen sein, Wasserfälle, Orkane.

Doch dann – mit der Zeit – ganz allmählich, werden sie wie ein Fluss, ein großer, ruhiger Fluss, der sich in Richtung eines riesigen Sees bewegt, wo sich alles vereint.

Und eines Tages werden Sie ruhig sein wie ein See, nur hier und da wird der Wind der Gedanken noch eine kleine Welle erzeugen.

Sie sind ruhig, klar, präsent, vollkommen in sich und allem was ist verankert. Und dann erkennen Sie das Unbeschreibliche: Sie SIND der See.

 

Wo kann ich als Anfänger Meditation lernen?

Es ist gerade für Anfänger empfehlenswert, einen guten Lehrer zu finden. Gerade in den ersten Monaten wird besonders viel Disziplin verlangt, die Meditation korrekt und regelmäßig in den Alltag zu intergrieren. Hierbei kann ein Lehrer oder eine feste Meditationsgruppe – wenn auch nur ein Mal in der Woche – eine wichtige Unterstützung darstellen.

Meditations-Tips für Anfänger

Worauf Sie als Anfänger bei der Meditation achten sollten.

-Finden Sie die für Sie ideale Meditationsform, experimentieren Sie mit verschiedenen Techniken über mehrere Tage

-Führen Sie sich nochmals vor Augen, WARUM Sie meditieren, welche Vorteile Ihnen die Meditation bringen wird

-Atmen Sie mehrere Atemzüge tief durch die Nase ein, halten den Atem kurz und atmen dann (falls möglich) geräuschvoll durch den Mund aus

-Lassen Sie beim Ausatmen alles los, was Sie bisher noch beschäftigt hat

-Gehen Sie ohne Erwartungen in die Meditation und lassen Sie alles geschehen, was geschehen wird

-Falls zu viele Gedanken kommen, dürfen Sie nicht frustriert sein. Seien Sie geduldig mit sich selbst.

-Meditieren Sie möglichst jeden Tag mindestens ein Mal, idealer weise zwei Mal

-Meditieren Sie – falls möglich – zur gleichen Uhrzeit morgens und abends

-Achten Sie darauf, dass Sie ungestört meditieren können (Telefon, SMS-Töne, etc. ausschalten)

-Finden die für Sie ideale, bequeme Körper- und Sitzhaltung, benutzen Sie Hilfsmittel wie Meditationskissen oder Meditationsbänkchen

-Enscheiden Sie sich für eine bestimmte Länge der Meditation und geben Sie nicht auf

-Benutzen Sie eine Uhr oder einen Timer mit sanftem Gongschlag, der  das Ende der Meditation einläutet

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